Die wichtigsten Eckdaten zum Tunnel

Lage und Leistung: zwischen Puttgarden auf Fehmarn (Deutschland) und Rødbyhavn auf Lolland (Dänemark); Länge rund 18 km Im Tunnel. Güterzüge, die derzeit einen Umweg über Fünen, Jütland und den Großen Belt fahren müssen, können sich diesen Umweg von 160 Kilometern sparen. Der Tunnel leistet damit einen Beitrag zum europäischen Ziel „Stärkung des Schienenanteils beim Gütertransport – von der Straße auf die Schiene“. Und für die Strecke Hamburg – Kopenhagen wird man künftig mit dem Zug nur noch um die zweieinhalb Stunden brauchen – ein klarer Zeitgewinn zu derzeit rund fünf Stunden.  Das stärkt die umweltfreundliche Bahn gegenüber der 160 Kilometer längeren Route über Jütland und gegenüber dem Flugverkehr zwischen Hamburg und Kopenhagen. Im Zuge des Baus des Fehmarnbelt-Tunnels werden in Dänemark und Deutschland auch die regionalen Bahnverbindungen zum Tunnel ausgebaut, erneuert, umweltfreundlicher und vor allem schneller gemacht. Zum Beispiel wird man zukünftig von Fehmarn nach Lübeck statt heute 1,5 Stunden, nur noch knapp 50 Minuten mit dem Zug brauchen.  

Eisenbahnstrecke: 2 elektrifizierte Gleise in separaten Röhren, Autobahn: 4 Spuren, je 2 in einer Fahrtrichtung mit durchgehendem Seitenstreifen in separater Röhre

Bauart :Absenktunnel aus 79 Standard-Tunnelelementen von je 217 Metern Länge und einem Gesamtgewicht von 73.000 Tonnen. 10 Spezialelemente mit Untergeschoss für elektrische Anlagen zur Versorgung des Tunnels, etwa alle 2 km positioniert. Elemente werden an Land produziert, in Fabrik nahe Rødbyhavn auf der dänischen Insel Lolland Schritt für Schritt gebaut: Transport der fertigen Tunnelelemente zum ausgehobenen Tunnelgraben, Absenken auf See und Verbinden mit übrigen Tunnelelementen, Fixieren mit Kies- und Sandverfüllung und Abdecken mit Steinschicht Dazu ein Video

Geplante Bauzeit: 8 ½ Jahre, die Eröffnung ist nach gegenwärtigem Stand für Mitte 2029 geplant. Auf dänischer Seite wird bereits gebaut. Die Baustelle in Rødbyhavn ist weitgehend erschlossen. Seit Mitte Juni wird 500 Meter vor der Küste die Molenanlage für den Arbeitshafen sowie den Arbeitshafen selbst errichtet. Am 1. Januar 2021 Verträge von Femern A/S mit dem Baukonsortium Femern Link Contractors (FLC). Das bedeutet, dass mit dem Bau der Tunnelelementfabrik in Rødbyhavn begonnen wird.

Reisezeit durch Tunnel: 7 Minuten mit dem Zug (Reisegeschwindigkeit 200 km/h) 10 Minuten mit dem Auto (Reisegeschwindigkeit 110 km/h) zum Vergleich: Fährüberfahrt derzeit 45 Minuten – ohne Berücksichtigung von Warte- und Ladezeiten Bahnverbindung Hamburg-Kopenhagen: künftig deutlich unter 3 Stunden (derzeit ca. fünf Stunden)

Projektfinanzierung: Baubudget insgesamt 7,1 Mrd. Euro (Preisstand 2015), inklusive rund 1 Mrd. Euro Reserven Kredite durch dänische Staatsbürgschaften abgesichert Refinanzierung durch Mautgebühren der Kraftfahrzeuge und Entgelte der Eisenbahnen prognostizierte Rückzahlungszeit: 36 Jahre

Finanzierungsverantwortung allein bei Dänemark umfangreiche EU-Förderung

Bauaufträge: 4 Hauptbauaufträge im Wert von ca. 4 Mrd. Euro Bauverträge im Mai 2016 geschlossen, Arbeiten in Gang gesetzt Bauunternehmen: unter anderem Wayss & Freytag und Max Bögl aus Deutschland sowie weitere Unternehmen aus Frankreich, Dänemark, Belgien und den Niederlanden

Stand des Projekts: Die Genehmigung für den dänischen Tunnelteil erfolgte per Gesetz. Das dänische Parlament hat dieses Baugesetz im April 2015 verabschiedet. Seitdem gibt es in Dänemark Baurecht. Die Baustelle auf der Insel Lolland ist nahezu vollständig erschlossen. Der Bau des Arbeitshafens bei Rødbyhavn hat bereits begonnen. Im Januar 2021 sollen in Dänemark weitere Bauarbeiten beginnen, insbesondere der Bau der Tunnelelementfabrik in Rødbyhavn sowie der Portal- und Rampenanlagen auf dänischer Seite. Für die Genehmigung des deutschen Tunnelteils wurden im Rahmen eines Planfeststellungsverfahrens zwei öffentliche Beteiligungsrunden (2014/2015 und 2017) durchgeführt. Im Januar 2019 erging der Planfeststellungsbeschluss durch das Amt für Planfeststellung Verkehr in Schleswig-Holstein (APV).

Für den Schienenteil des Tunnels auf deutschem Hoheitsgebiet ist Femern A/S der Vorhabenträger, für den Straßenteil der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH). Femern A/S wurde im April 2019 vom Amt für Planfeststellung Verkehr in Schleswig-Holstein (APV-SH) ein sogenannter Sofortvollzug zur Durchführung einer Reihe bauvorbereitender Arbeiten auf Fehmarn genehmigt. Diese sind teilweise bereits umgesetzt, unter anderem ein Amphibienzaun sowie Ausgleichsflächen und Nisthilfen für verschiedene Vogelarten. Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Leipzig werden sieben Klagen gegen den Planfeststellungsbeschluss verhandelt. Dies wurde im Zeitplan des Projekts berücksichtigt.

Verkehrsprognosen: In der 2016 von Femern A/S veröffentlichten Verkehrsprognose geht man im Jahr 2030 von einer durchschnittlich täglichen Verkehrsstärke von 12.158 Fahrzeugen und 111 Zügen aus. Die Verkehrsprognose wurde von den deutschen Beratungsunternehmen Intraplan und BVU ausgearbeitet. Beide erstellen bereits seit 30 Jahren unter anderem auch im Rahmen der Bundesverkehrswegeplanung Verkehrsprognosen für das Bundesverkehrsministerium.

Was wird eine Durchfahrt kosten? Der dänische Verkehrsminister ist laut Baugesetz für die Festlegung der Mautgebühren für eine Fahrt durch den Tunnel verantwortlich.  Wie bei den festen Verbindungen über den Großen Belt und den Öresund wird es vermutlich auch beim Fehmarnbelt-Tunnel unterschiedliche Tickets und Rabatte wie z. B. Wochenendkarten und Angebote für Pendler geben. Für die Wirtschaftlichkeitsberechnungen im Vorfeld des Projekts wurde mit einem Durchschnittspreis von ca. 66 Euro (Preisstand: 2015) für eine Einzelfahrt per Pkw kalkuliert. Für Lastwagen wurde mit einem Durchschnittspreis von ca. 280 Euro kalkuliert. Femern A/S ist verpflichtet, die Tilgung der Kredite und die Kosten für Wartung und Betrieb des Tunnels durch die Mautgebühren zu decken.